Allgemeine Trends
In der Trendforschung geht man davon aus, daß erfolgversprechende Ideen und Produktplazierungen in der Analyse im Einklang mit mehreren aktuellen Trends stehen sollten.
Faith Popcorn berät die Branchengiganten der USA. In ihrem Clicking - Popcorn Report beschrieb sie schon vor einigen Jahren mehrere Megatrends in deren Entstehung. Mittlerweile hat vieles davon Einzug in unseren täglichen Alltag gefunden. Anderes ist eben gerade als "zartes Pflänzchen" erkennbar, wird aber das zweite Jahrzehnt des noch jungen Milleniums deutlich (mit-) prägen.
Ohne auf Details einzugehen, stelle ich Ihnen nachfolgend einige dieser Trends vor. Dabei dient der Popcorn-Report als Grundlage. Insgesamt ermöglichen die Betrachtungen Überlegungen zu beliebigen Allianzen, die der Unternehmer (Gastronom) eingehen kann, um die Plattform seiner Marken und Dienstleistungen zu vergrößern, ohne die Kernkompetenz außer Acht zu lassen . Die Chance für die/den geneigte(n) Leser(in) liegt im eigenen Blickwinkel, dem Assoziationsvermögen und der Begeisterungsfähigkeit.
Die New Economy
Wirklich neu an der New Economy ist die Art der Unternehmens- und Geschäftsmodelle, die wiederum grundlegend von den neuen Technologien dominiert werden.
Und unsere Online-Gesellschaft bietet eine nie gekannte Qualität des Umgangs der Menschen miteinander. Alles ist lokal und zugleich international, jeder kann mit jedem kommunizieren, räumliche und soziale Schranken fallen weg.
Wissen und Können erhalten als Produktionsfaktoren eine größere Bedeutung. Immaterielle Werte wie Kundenbeziehungen, Marken und kreative Ideen sind wertvoller als in der Old Economy.
Diese technologisch bedingte Globalisierung begünstigt keinesfalls nur die Branchengiganten, denn die Politik der Allianzen in der New Economy präferiert keine Megafusionen, sondern führt zum so genannten New Business Eco System; zu Netzwerken, in denen sich jeder auf seine Kernkompetenz konzentriert, innerhalb der er der Innovator bleibt. Die integrierten Unternehmen nutzen die Vertrautheit und Akzeptanz ihrer Marken, um den Kunden über ihr Kerngeschäft hinaus eine Reihe weiterer Produkte zu vermitteln. So vergrößert sich die Plattform der Marke und im Zuge dessen ihr Ausschöpfungspotential. Geschwindigkeit ist zu einem weiteren sehr wesentlichen Wettbewerbsfaktor geworden.
Early exploration, later consolidation
Die Abstände zwischen Produktentwicklung und Marktreife werden immer kürzer. Alle Marktteilnehmer sind gezwungen, ihre Marken schnell und ständig zu verbessern, der schnelle Innovator hat am Markt die besten Chancen.
Und auch das Verständnis vom Kunden und den direkten Kundenzugang haben die neuen Technologien grundlegend verändert.
Alle Geschäftsprozesse werden um den Anspruch des Kunden herum gebildet, jederzeit und maßgeschneidert bedient zu werden. Eine prägnante und sehr auffällige Konsequenz aus diesem „One-to-One“-Marketing hat Michael Dell gezogen:
„Statt, wie gewohnt, immer bessere Produkte zu entwickeln und sie auf den Markt zu werfen in der Hoffnung, daß die Kunden ihre Qualität erkennen und wir ein Maximum unserer Produkte absetzen, kehren wir die Sache um. Heute fragen wir unsere einzelnen Kunden, was sie für einen Computer benötigen, damit wir sie bei ihrem Erfolg unterstützen können.“
Gegen die Großen

Unter den neuen Trends manifestiert sich ein allgemeines Gefühl, die Großen vom Sockel stoßen zu müssen. Ein Gefühl der Angst und des Hasses, das heute weltweit zu beobachten ist. Es ist das Soziobeben des neuen Jahrtausends. Ständig und auf breiter Front stellen skeptische Verbraucher die traditionellen Stützen von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft in Frage. Und die Giganten zerbrechen daran, daß sie nicht sehen, was sich direkt vor ihrer Nase abspielt.
Weiblich denken

Frauen sind anders als Männer, weder überlegen, noch unterlegen – einfach anders. Frauen kommunizieren auf andere Weise, und auch ihre Einkaufsmotive unterscheiden sich von denen der Männer.
Warum nicht unterschiedliche Marketingstrategien für Frauen und Männer entwickeln?
Das Grundprinzip des Trends „Weiblich denken“ wird einen ungeheuren Einfluß auf Wirtschaft und Gesellschaft des 21. Jahrhunderts haben.
Frauen nehmen überall Kontakt auf, sie knüpfen überall Verbindungen : im Taxi, in der Schule, auf dem Spielplatz, im Supermarkt, im Laden. Alles wird ihnen zur persönlichen Erfahrung. Für den geschäftlichen Erfolg auf der Basis dieses Trends ist es von zentraler Bedeutung, daß man eines ganz klar erkennt:
Wie man seine Kundinnen anspricht, wie man an Frauen verkauft, kann genauso wichtig sein wie das, "was man eigentlich an die Frau bringen will", nämlich das Produkt oder die Dienstleistung!
Cocooning

Verbraucher wollen sich vor der harten, unvorhersehbaren Realität der Außenwelt schützen und ziehen sich in ein sicheren, gemütlichen Kokon zurück (sicherlich in den USA z.Zt. durch allgegenwärtige Gewalt noch stärker ausgeprägt). Bei allem, was mit vorbeugender Verbrechensbekämpfung zu tun hat, eröffnet sich ein großer Markt.
Alles, was mehr Sicherheit verspricht, ist „in“. Private Sicherheitsdienste beschäftigen inzwischen in den USA fast dreimal soviel Personal wie der Staat in seinen Sicherheitsorganen. Die deutsche Statistik wird in den nächsten Jahren in der Relation ähnliche Zahlen aufweisen.
Kinder sind für Eltern, die dem Cocooning-Trend anhängen, ein echtes Problem. Jeder weiß, daß die Kinder die Interaktion mit ihren Altersgenossen für ihre Entwicklung brauchen.
Aber inzwischen wollen viele Eltern ihre Sprößlinge nicht mehr draußen spielen lassen. Für sie gibt es jetzt kommerzielle Indoor-Spielplätze.
Die Eltern dieser Kinder brauchen keine Angst mehr zu haben, daß ihre lieben Kleinen weglaufen. Fremde oder gar Drogendealer oder ähnliche Subjekte haben keinen Zutritt. Im WonderCamp, einer Indoor-Spielplatzkette, gibt es Labyrinthe, elektronische Überraschungen und ein Clubhaus, in dem man von bunten Mauern herunterspringen kann. In den USA spielen über 30 Millionen Kinder auf Indoor-Spielplätzen von Ketten wie Discovery Zones (fitneßorientiert) oder Ali Oop Play Environments.
Fantasy Abenteuer, der Megatrend
Um dem Streß und Langeweile zu entkommen, haben die Verbraucher das Bedürfnis, Abenteuer und Anregung in einer risikofreien Umgebung zu erleben (Eskapismus = Wirklichkeitsflucht).
In den "Fantasy-Abenteuer"-Trend kann man sich am leichtesten einclicken, indem man eine stinknormale Umgebung einfach um etwas Aufregendes bereichert. Alle, die bei diesem Trend Erfolg hatten, bestätigen, daß hier der erste Schritt der wichtigste ist: der Mut, einmal etwas ganz Neues auszuprobieren, die Füße in kaltes Wasser zu stecken. Doch wie abenteuerlich auch immer die neue Geschäftsidee sein mag, muß sie doch ein Mindestmaß an Authentizität aufweisen. Der Verbraucher merkt sehr schnell, wann er „veräppelt“ wird.
99 Leben gleichzeitig

Die hektische Lebensweise und ständiger Zeitmangel zwingen dem Verbraucher eine große Rollenvielfalt auf. Zeit ist zu einem ungeheuer wichtigen Gut geworden. Wir sind dankbar, wenn uns eine helfende Hand eine unser täglichen Aufgaben abnimmt.
Jedem Produkt und jeder Dienstleistung, die auf den Trend „99 Leben“ abzielen und die dem Nutzer helfen, schneller und besser ans Ziel zu kommen, ist der Erfolg absolut und hundertprozentig sicher.
Wollen wir unsere geistige Gesundheit erhalten, lautet die wichtigste Herausforderung der nächsten Jahre: Wie werden wir mit der Informationsflut fertig, und wie beherrschen wir die Kommunikationsmittel, anstatt uns von Ihnen berrschen zu lassen?
Längst schießen Firmen wie Internet Navigators oder Network Buddies aus dem Boden, weil wir das starke Bedürfnis verspüren, uns auf der Datenautobahn einer kompetenten Führung anzuvertrauen. Die besten dieser neuen Berater helfen nicht nur bei der Herstellung von Verbindungen, sondern raten dem Verbraucher auch, wann er am besten abschalten und wieder ein „normales“ offline-Leben führen sollte. Manchen Leuten muß man wirklich erst zeigen, wo der Abschaltknopf ist.
Clanning

Unterstützung, Verbindung, Intimität, Heilung, bewußt sichere Wahl von Freunden und/oder Wohngenossen, Zusammenpassen........
In diesen Schlüsselbegriffen zeigt sich, daß wir in unserer Kultur Sehnsucht nach Zugehörigkeit und Gruppenwärme haben. Nach Werten, die im isolierten Kokon nicht gedeihen können. Der Wunsch nach Gemeinschaft war schon in den Neunzigern wie ein Sog und hat sich im letzten Jahrzehnt noch wesentlich verstärkt.
Verbraucher suchen die Nähe von Menschen, die ihre Werte und Ansichten - oder sogar Interessen - teilen. Der Trend zu diesem „Clanning“ reicht vom Sublimen bis zu Lächerlichen...... und zum Beängstigenden.
S O S – Rettet unsere Gesellschaft

Um das Schicksal unseres Planeten besorgte Verbraucher bevorzugen Unternehmen, die Umweltbewußtsein, Verantwortung für die Gesellschaft und Engagement für das Bildungswesen zeigen.
Make our children strong, teach them well!

Die Kinder von heute sind keine Generation, die für nichts Interesse hat und sich für nichts einsetzt. Im Gegenteil, sie hören ständig von irgendwelchen Problemen und möchten dann aktiv daran mitarbeiten, solche Mißstände zu ändern. Kinder wissen, daß sie gemeinsam stark sind und viel erreichen können.
Insbesondere verfügen sie über beträchtliche Marktmacht. Man schätzt, daß Kinder in der EU Konsumausgaben von mehr als 100 Milliarden € allein kontrollieren und daß sie Entscheidungen über weitere Ausgaben in ungefähr gleicher Höhe beeinflussen. Forbes hat aktuell eine Liste mit den 100 einflussreichsten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens erstellt: Platz 3 geht an Justin Bieber, Platz 2 an Oprah Winfrey und auf Platz 1 finden wir die allgegenwärtige Lady Gaga.

Produkte, die sich in Sprache und Aufmachung direkt an Teenager richten, haben beste Erfolgschancen. Zum ersten Mal wächst eine Generation heran, die Werbung und Marketing mit kritischem Konsumentenblick verfolgt. Deshalb müssen sich Marketingstrategien ändern. Man kann Kindern nur noch bedingt etwas aufschwatzen. Das erfolgreiche Unternehmen braucht eine jugendorientierte Produktplazierung, denn die Marktmacht der Kinder ist nicht zu unterschätzen!
Sie können Eltern zwingen:
- das Rauchen aufzugeben,
- gesünder und vegetarisch zu leben,
- Abfälle soweit wie möglich zu recyceln,
- bestimmte Produkte zu kaufen oder zu boykottieren und
- beeinflussen gesellschafts-/politische Entscheidungen.
Rückschlüsse für den/die Gastronomen (in)
Wie eingangs beschrieben, sind dies die wesentlichen allgemeinen Trends, aus denen sich auch ganz deutlich die Neuerungen der letzten Jahre für die Gastronomie entwickelt haben und die die mittelfristige Zukunft entscheidend prägen werden.
Das Ausschöpfungspotential ist enorm! Natürlich ist nicht jeder Aspekt in vollem Umfang an jedem Standort und für jede Betriebsgröße sinnvoll und umsetzbar. In einem kostenlosen Erstgespräch analysiere ich gemeinsam mit Ihnen den Istzustand und skizziere die künftige Orientierung (auch bei Neugründungen/-eröffnungen).
Nehmen Sie jetzt Kontakt auf!